Zu Hause

Montag, 30.04.2012

Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich wieder in Deutschland einzuspielen. Jetzt ist es fast so warm wie in Indien und endlich scheint die Sonne länger als ein paar Stunden, das Grün bricht aus den Zweigen der Bäume, die weißen Kirschblüten verwehen, es wird Platz für Kirschen und die bunten winzigen Meisen tummeln sich auf dem alten Baum vor meinem Balkon. Das Leben bleibt wie es ist.

Bauleistungsbeschreibungen und keine Tempelbeschreibungen. Als Erinnerungen bleiben meine 1000den Fotos ...

Jetzt ist auch endlich einmal Zeit, die Kathakübungen zu wiederholen. Ich habe mir einen kleinen rhythmischen Fußteil Laddi und ein Aamad als Anfangsstück für das Liebeslied Shyama ausgesucht, weil am 14.05.2012 die Ausstellung Indische Miniaturen von Dr. Selina Sharma mit einer Tanzerzählung eröffnet wird. Und mit meinem großen Blütentablett als lebendige Erinnerung an die vielen farbigen Tempelblüten, arrangiert zur Verehrung der Götter, der Natur und der Schönheit. 

Auf dem Lande in HennersbachMeine MaiblütenBlütentellerZu Hause im April

 

 

Pondicherry

Sonntag, 29.01.2012

Mittlererweile ist meine Reise fortgeschritten und ich bin den letzten Abend in Pondycherry.

Beach Pondy - leckere Snacks.Park Bharati - einige Bäume zeigen noch die Wucht vom Tzunami.Festbeleuchtung.Shakti segnet die Tempelbesucher.und unsere Haus-Hundedame schläft im Körbchen

Zu Fuss habe ich nochmal die Gassen erkundet und eine Zeichnung gemacht. Es gibt hier sehr schoene Haeuser, die auch renoviert werden oder romantisch aussehen. Kleine Cafes mit Tee und Kuchen, dass was wir vorher in Tamil Nadu nicht gesehen haben. Und es gibt eine funktionierende Stadtreinigung, es ist sauber, nur der Stadtkanal  ... mieft etwas.

Eine Stadt die franzoesisches Flair ausstrahlt oder ausstrahlen soll ... jedenfalls habe ich gemerkt, wenn man den Indern auf die Fuesse tritt dann geht nichts mehr. jedenfalls das Hotel Intercontinental ist nicht zu empfehlen. Gute preiswerte Hotels muss man an dem beliebten Kuestenort vorbuchen oder 3000IR mit Seeblick zahlen ... nach Haus Idriss ist doch noch ein schoenes Zimmer bei im Maison Creole freigeworden zum Erholen und Durchatmen. Der Spaziergang am Meer und an der Beachstrasse ist auch erholsam, es gibt Fruechte, Knabbereien an kleinen Staenden zur genuss der Besucher. gestern waren wir Bootfahren und an einem tollen Paradise Strand - ohne Badeanzug nur die halbe Freude, weil das Wasser fuer mich die ideale Badetemperatur hat. hatte eben keinen Badesari mit. nach einem Basarbesuch werde ich jetzt ins banana essen gehen und Spinatundirgendwas mit franzoesischem Namen essen, dort gibt es annaehernd europaeisches Essen, ansonsten ist alles indisch-scharfgewuerzt. Gestern gab es den Kompromiss Spagetti mit Pesto ... wie man sieht traeume ich schon von normalem deutschen Essen

In Auroville haben wir den Matrimandir besucht ...

MatrimandirIch und die Futuristische Architektur.Auch ein Touristenmagnet. Es gibt Tulsitee und Exotischen Fruchtsirup.Erfrischender Anblick des Meeres auf der Pilgerreise.

Bilder spaeter - das Indernet arbeitet zu langsam.

Nilgiriberge

Freitag, 20.01.2012

Ich habe gerade den Blog geloescht ... und fange nochmal meinen Besuch beim CRTD Trust in den Nilgiribergen zu beschreiben. Morgen.

 Nilgiri-BergeDer Berg heißt der Frosch ?Junge Teesprößlinge.PapayaKaffee - alles ist kultiviert.

Nach dem Pongalfest zu Ehren der fruchtbaren Natur und der Kühe ...

Sondermotiv - Rangoli-Malerei für Pongalfest.Heiliger Baum im Camp - Franchipanchi - Duft!Rituelle Steine und Zeichen werden verehrt.Kirche (nahe Gudalur)

Hausbau und Intergration für die Tribes

Typische Hütte der Ureinwohner - Tribals.Neues HausHausbau für die BewohnerHilfe zur Selbsthilfe - Ziegeldrücken.Fast fertig.Richtfest?

 

Mysore - Architekturhauptstadt

Freitag, 20.01.2012

Eigentlich ist meine ernste Sorge nach Chennai zu kommen. Die Zuege sind ausgebucht und das sogenannte Tadka - Tagvorherticket - wird sich wahrscheinlich am Bahnhof um 9.30Uhr erpruegelt und gedraengelt. So bleibt nur der teure Nachtbuss ...

Mysoor ist als Stadt bekannt fuer seine Sandelholzprodukte und Seidenherstellung. Ich bin ein Seidenfan und es faellt mir schwer nichts zu kaufen, die Auswahl ist sehr gross. Die Stadt hat eine interessante Stadtplanung und eine unglaubliche Anzahl an schoenen Gebaeuden aller Stile. Dazu spater ...   

Palast - MaharadjaTempel und FächerpalmeSri Shweta Varahswamy TempelPalast - Riesengroß!Tempel am PalastPalace

Müde vom Sightseeing - Elephantentrip.oder man färbt sich gelb ... Pongalschmuck.Farben gibt es genug auf dem Devaraja MarktBlüten für kostbare Duftöle.Unmengen Bananen - wohlschmeckend.oder Reis, Dal, Nudeln ...Kutschfahrt um den Palast ?Denkmal Maharadscha WodeyarRangacharlu Memorial Hall UhrenturmPalaceGumbaz - Mausoleum von Sultan Tipu und Frau

Somnathpur - über 1000 Jahre alte Keshava-Tempel

Keshava-TempelDetails- Schmuck ohne Ende.König oder Gott mit Gefolge? VishnuTempel Fassade

 

 

 

Cochin

Samstag, 14.01.2012

 Mit dem Zug ging es bequem nach Chochin, einer Insellandschaft. Die Portugiesen und Hollaender haben diesen hafen schon vor einigen Jahrhunderten genutzt und jetzt ist es ein riesiger Hafen. Die Insel Chochin ist klein und man kann in den Gassen spazierengehen. Nur der Unterschied der Gebiete fuer Toristen, reichen Indern und den Handelsstrassen ist enorm. Man hat hier alles von Villa ueber historisch saniertem Haus im indo;europaeischen Stil hin zu einfachsten Haeusern im Moslemviertel. Morgens wird noch mit einer alten chinesischen Methode Fischfang betrieben. Grosse Netze werden ins Wasser gelassen und eigentlich wenig Fisch an Land gebracht, die Einnahmequelle sind wohl eher die fotografierenden Touristen. Im Museum gibt es wunderschoene feine Wandmalereien mit Darstellungen aus dem Ramayana und Gott Krishna.

Gestern konnte ich beim abendlichen Tempelfest geschmuecte Elefanten sehen. Beiendruckend gross, wenn man daneben steht. Mit Feuer und lauten Trompeten.

chinesische Fischernetze Tempelelefant Prozession und MusikerBrahmanen - Musiker zur ProzessionFischer am Tag Fisch ... und guten Appetit.

 

Chochin - Kirche St. FrancisChochin Häuser Bazaar RoadBazaar RoadTextgestaltung & WünscheHausdetail Kerala

 

Varkala - Baden und Kollam - Backwaters

Dienstag, 10.01.2012

Ich muss noch viele Erlebnisse ergaenzen ...

Unsere Reisegruppe ist schon zu Hause und ich bin Sabine nach Varkala gefolgt. Einem ruhigen Badeort und ich war heute im Meer schwimmen. Leider hatte ich die Ozeanwellen unterschaetzt und bin untergetaucht bis zum Grund. 5m vom Ufer weg reichen mir jetzt. Eigentlich gibt es hier nur Meerblick, Plantschen, Einkaufen. Massage, Essen ... das allerdings vorzüglich in vielen Variationen auf indisch oder exotisch, d.h. mit europäischem Touch, was genau einen griechischen Salat und Kokos-Lassi in einem Freiluftrestaurant mit Blick auf den abendlichen Sonnenuntergang beschreibt. Am Morgen wollen wir einen kurzen Bootstrip in die Backwaters Richtung Kollam machen, in einem kleinen Boot und den Sonnenbrand kurieren. Auch unser großer Sonnenschirm schützte uns Badeneulinge nicht vor den etwas aggressiven Sonnenstrahlen am Strand. Dafür gab es köstliche frische Ananas und weißes Kokosnußfleisch als Erfrischung. So haben sich Frauen als fliegende Händlerinnen eine kleine Einkommensquelle gesichert am Strand.  

MeerTrivandrum  kueste varkala Varkala-StrandarchitekturEssen&Shoppen in Varkala BeachStrandSo kann man auch die Zeit rumkriegen.Varkala Sonnenuntergang Backwaters KollamUnser BootKanäle BackwatersKingfischer in Blau - Wahrzeichen

Der Weg zu den Backwaters war anstrengend mit Taxi und dem typischen Dreirad-Auto Tuck-Tuck, halb um den See. Ich dachte, die Backwaters werde ich nie sehen. Mit mehr Zeit hätte frau auch gern auf das Reisebüro mit teuren Preisen verzichtet (8h Taxi über 2000IR, das war im Norden 1000IR). aber die Fahrt mit einem echten Fischerboot war fuer uns zwei beruhigend, ohne Motorenlaerm und in einer von Menschen wenig besuchten Gegend. Sogar einen Kingfisher mit seinem leuchtend blauen Federkleid haben wir gesehen, er uns aber auch, deshalb flog er vor dem Fotoshooting davon. Später ... Die Kanaele in den Backwaters sind teilweise von Menschen angelegt, um Land zu kultivieren fuer Kokusnussbaume und die Zucht von Prawns, Fischen usw. Interessant ist, dass die Boote aus Jackfruchtholz hergestellt werden, mit Kokosseilen vernäht und ausgestopft und mit einem Anstrich aus Cashewnußöl abgedichtet werden. Alles einheimische Produkte, logisch. Neben den natürlichen Inseln und Flüsschen sind die Backwaters also auch eine Kulturlandschaft. Schön soll es in Allepey sein, wenn man etwas Zeit mitbringt, finden sich auch romantische Plätze zum Übernachten und Verweilen, ohne Luxusboote für 24h-Service Schnellschlaftripps und 120$. Wir hatten ein Paar getroffen, die allerdings das beste Bett der Reise in solch einem Boot hatten, aber die Mücken ...

Einige Kilometer von Kollam ist das restaurierte Museum Krishnapuram Palace in Kayamkulam. Das wollte ich mir unbedingt ansehen, weil dieser Palast ursprünglich vom Kayakulam Raja Odonadu erbaut und scheinbar von König Marthanda Varma erweitert, aus dem 18.Jhd. stammt und die typische Holzarchitektur von Kerala darstellt. Mit dem größten Wandbild Keralas "Die Befreiung des Elefantenkönigs Gajendra" aus dem Mahabharata. Erbaut nach Vaastu-Prinzipien, der indischen Wissenschaft vom Hausbau nach dem Vaastu Shastra in der Tradition der Veden. Ohh, Philosophie, Astrologie und Baukunst. Es gab einige sehr sinnvolle bauliche Details: verschiedene Innenhöfe und Mauern als Schutz gegen die Sonne und Beobachter, Fenster mit verstellbaren Klappläden als Lüftungsöffnungen (Prinzip Schornsteinzug - warme Luft steigt nach oben), die Küche nicht im Südwesten (ist schon heiß genug) und Teakholz-Verschattungen im Obergeschoß in den repräsentativen Räumen für die Audienz und Theateraufführungen. Und es gabe einen Badeteich (Kühlung) mit einem heruntergezogenen Dach, um die badenden Frauen vor Blicken von außen zu schützen, gemütlich, wenn man noch an die Massagebänke zum Ausruhen denkt ... es wurden auch gerade Dreharbeiten für eine beliebte Abendserie (Bollywood läßt grüßen) im Palast gestartet, aber irgendwann mußten wir gehen und eine fast mörderisch-schnelle  Rückfahrt mit Hupen, Überholen von Eselkarren, Mopeds, Bussen usw. hatte begonnen ... bis wir endlich wieder in Varkala waren, ordentlich durchgeschüttelt.

Vorsicht Kokosnüsse!KrabbenzuchtHühnerhausEin kühlendes Bad mit Hauskuh.

Palast Krishnapuram in KayamkulamDreharbeiten für Serie im PalastHolzarbeiten im oberen Geschoß - SchattenDachdetail

Trivandrum

Freitag, 06.01.2012

Trivandrum. Eigentlich heißt die Hauptstadt Keralas - THIRUVANANTHAPURAM. Aber weil ich 6 Wochen gebraucht habe, um diesen langen Namen auszusprechen und es vielen andern auch so geht, gibt es noch die Kurzform aus der britischen Kolonialzeit.

TrivandrumDer Goldtempel - Sri PadmanabhaswamySandelholzschnitzereienMuseum Puthe Maliga Palace der Maharadhschas von Travancore

Bharat Natyam & Kuchipudi - südindischer klassischer Tanz

Odissi-Tanz Ensemble aus der Region Orissa an der Ostküste

Soorya Festival 2012 - Kunstfest ein ganzes Jahr lang.

OdissiOdissiOdissi - Die Natur.Kuchipudi

Kathakali in Trivandrum

Donnerstag, 05.01.2012

Es sind die letzten Tage der Reise mit der Gruppe. 22 Frauen, Shahrazad und unsere indischen Begleiter - langsam heißt es Abschied nehmen. Aber vorher gibt es noch eine Überraschung. Natürlich muß man in Kerala das typische Männertanztheater KATHAKALI anschauen. Es werden Geschichten aus den indischen Epen Ramayana und Mahabharata tänzerisch erzählt, mit Trommelmusik, oft begleitet wird das Schauspiel rhythmisch und szenisch mit der Chenda-Zylindertrommel. Die Gesichter sind maskenhaft mit lebhaften Farben geschminkt und die Tänzer sind mit traditionellen weitschwingenden Röcken kostümiert. Uns wird ein Ausschnitt aus dem Narakasura Vadham, die Geschichte von Nakrathundi & Jayantha, vorgeführt.

Pancha, der Held ist leuchtend grün geschminkt mit einer vor unseren Augen hergestellten Kinnkrause aus Reismehl und "Stoffarmierung" . Es ist Jayantha, der Sohn des Gottes Indra. Der Charakter Kari in schwarz-rot, ist die böse, gerissene und gefährliche Hexe oder Dämonin Nakrathundi mit großen Brüsten, die sich in den jungen Göttersohn verliebt hat. Sie ist als Dienerin des Asura-Königs unterwegs, um junge Mädchen zu entführen. Unterwegs trifft sie auf Jayantha und ist begeistert, begehrt ihn, sie macht sich schön. Sie zeigt sich als edle Frau, als Minukku, mit einem zart gelbrosa fein geschminkten Gesicht und farbig-glänzenden Kleidern. Sie flirtet mit dem Göttersohn und möchte ihn heiraten, aber es versucht zu entkommen. Jetzt wird sie wütend und zeigt ihre wahre Gestalt als Dämonin. Gesten der Verführung, Ablehnung, schnelle Rockwirbel, Drehungen und äußerts anmutige Handbewegungen und - gesten erzählen die Geschichte. So ein feines Spiel der Hände habe ich bisher noch nie gesehen, man spürt wie der silberne Fisch mit seinen Flossen durch das klare Wasser gleitet oder der Blick der verliebten Frau das Herz des Angebeteten rühren soll ... Das pantomimische Spiel wird manchmal durch aufregende kurze Schreie oder Rufe, fast ein Stöhnen, unterbrochen, um die Brisanz der Szene oder Situation zu unterstreichen. Sie möchte mit Gewalt ihr Begehren erfüllen, aber der Held wehrt sich. Es kommt zu einem turbulenten Ende nachdem Jayantha sein Schwert zieht und die Dämonin das Feld räumen muß.

Es war eine interessante Vorstellung, trotz meiner anfänglichen Bedenken, weil wir wieder in einen Kashmir-Einkaufstempel geführt wurden und natürlich von der hehren Kunst abgelenkt wurden von teuren, aber qualitätvollen Waren. Die Szenerie war schön, mit dem Teppich im Hintergrund als Bühnenschmuck und es gab genügend Platz zum Fotografieren. Super. Vor den 2 Tanzszenen konnten wir das Schminken beobachten. Farbpulver und Reis werden traditionell auf Bananenblättern gemischt und mit Sandelholzstäbchen aufgetragen (ohne neumodische Pinsel oder Schwämme!), teilweise in extrem vielen Schichten oder expressiven Mustern. Allein das Schminken ist eine Kunst. Gerne hätte ich das Kathakali-Theater bei einem Tempelfest gesehen, aber dazu war keine Gelegenheit. Zu Festtagen im Februar werden die Nächte zum Tag gemacht und mythologische Göttergeschichten über Stunden getanzt bis zum Morgengrauen, wenn der neue Tag beginnt und eine besondere Stimmung zwischen den Welten entsteht.

Schminke und FarbpulverDie Verwandlung der Tänzer beginnt.Minukki - der Tänzer wird zur Frau.Nakrathundi wird abgewiesen.Jayantha überlegt.Die wütende Dämonin.Die drei Darsteller danken dem Publikum und ...Die begeisterten Zuschauer.

Siva-Tempel in Cap Comorin

Mittwoch, 04.01.2012

Der heutige Tag hat fuer mich sehr frueh begonnen. Mein Handywecker klingelte um 6Uhr und ich bin tatsaechlich zum Sonnenaufgang am Meer gewesen. Am Sunpoint, mit Blick auf eine grosse Statue vom Nationaldichter der Tamilen Thiruvalluvar und dem Vivekananda-Mandapam Denkmal. Das Wetter war ruhig und der Tag begann schon heiss. Aber zum Tsunami 2004 war der Strand fast weggespuelt und die riesige Statue auf der kleinen vorgelagerten Insel bis zu den Schultern von der Riesenwelle ueberrollt worden. Nach meinen Sonnenaufgangsfotos bin ich doch wieder ins Hotel zum Morgenbad im Swimmingpool um 7Uhr Unschuldig . Fuer alle, die mich kennen ist das eine ungewoehnliche Aufstehzeit, aber ich fand das Fruehstueck endlich mal entspannend, weil ich viel Zeit hatte. Und der Masala-Tee kam kurz nach der Bestellung, was eigentlich fast unueblich ist, weil die Zubereitung des klassischen indischen Gewuerztees mit Milch mind. 30 min dauert, in den Hotels. Allerdings konnte ich heute nicht so mit Freude das warme indische Fruehstueck essen mit Pongal-Reis, Udappadam, Iddli-Reis, Chatney und Sambar-Sosse. Englischer Toast, Ei und eine rote Suess-Speise namens Kesari waren die Favoriten. Auf jeden Fall nicht mit Chilli, Kari oder Tamarinde gewuerzt, da muss ich eine Pause machen.

Heute stand nach dem Essen eine Fahrt mit der Faehre auf dem Programm zu den Denkmaelern im Hafen. Ich fahre gern Boot, aber die Schiffe wirkten nicht so vertrauenerweckend, verstaerkt wurde das Gefuehl dadurch, dass orangefarbene Schwimmwesten an die Fahrgaeste verteilt wurden. Ich hatte keine ... aber die Strecke war kurz und es sollte nur die mitreisenden Inder beruhigen, weil viele von ihnen scheinbar nicht schwimmen koennen und grossen Respekt vor dem offenen Ozean haben. Das Vivekananda-Memorial ist ein akkurat gebauter Tempel in grauem und schwarzem Granit mit weissen Reliefzeichnungen. Und 2 kleinen Steinelefanten an der Eingangstreppe, die gern als Fotomotiv genutzt werden. Der Blick auf die drei Meere, der Seewind und eine Meditationshalle mit einem leuchtendgruenen Om-Zeichen sind entspannend gegenueber dem quirligen Stadtleben an Land mit Pilgern, Bussen, Einkaufsstaenden, Imbissen und Pay & Use Washrooms with Latrine. 

Unser Reisefuehrer war ein lustiger musikliebender Hindu, der sehr leidenschaftlich fuer uns Mantras sang wie Om namah Shivaya, Geschichten erzaehlte mit Worten und Gestik. Mit ihm konnten wir einen der schoensten Tempel im suedindischen Stil von Tamil Nadu besuchen, der Siva, Brahma und Vishnu geweiht ist. Der Trimurti. Leider waren Fotos nicht erlaubt. Die Reliefs an den Saeulen waren fantastisch ausgearbeitet mit Goetterposen, klingenden Saeulen, ungewoehlich mit tanzenden Affen (Hanuman) und schwangeren Frauen, einem Gott mit feingeschnittenem Gesicht aus Sandelholz (Kartikeya) und Tempelwagen, die 300mal im Jahr um den Tempel gezogen werden in einer Prozession. Hier konnten wir auch den in Rameshwaram nicht gesehenen langen Saeulengang bewundern.

Danach konnten wir uns wieder im Meer abkuehlen an einer einsamen Stelle mit Sandstrand. Normalerweise ist der Strand felsig, aber es gibt Geheimtips ...

Kanyakumari - Suedspitze Indiens

Dienstag, 03.01.2012

Cool

Endlich habe ich Zeit und Laune etwas zu schreiben. Ansonsten waren wir lange unterwegs im Bus, spaet im Hotel und haben heute auf dem Weg zur Suedspitze Indiens riesige gruene Felder mit Windkraftraedern bestaunt, die vor den Bergen und ueber den Palmen ihre Fluegel drehten. Gigantisch, kilometerweit, da wirken die deutschen kleinen Versuchanlagen fast laecherlich. Jetzt sind wir an der Suedspitze Indiens und haben den Sonnenuntergang am Cap Comorin angeschaut mit vielen anderen Reisenden. Es ist eine allabendliche Attraktion wenn die Sonne im indischen Ozean untergeht und alles orange malt. Hier treffen sich der Arabische und Bengalische Golf, die dann im Ozean muenden. Nach diesem Naturschauspiel sind wir zum Tempel der Goettin Kumari gelaufen. Es herrscht eine strenge Etikette: Maenner mit freiem Oberkoerper und gutgekleidete Frauen im Sari zu Ehren der Goettin am Meer. Ihre Hochzeit mit Shiva wurde von den Goettern verzoegert, damit sie die Menschen vor dem Daemonen retten konnte. Wunderschoen ist das Innere erleuchtet mit Oellaempchen. Ich habe auch Oel fuer den Kerzenleuchter gespendet ... mal sehen was es mir gutes bringt. Wir haben die Puja-Zeremonie mit Feuer und Tikka-Stirnzeichen in rot und weiss mit den indischen Pilgern ausgefuert. Speziell sind schwarzgekleidete Maenner mit Dotis aus Kerala in diesen Tagen unterwegs. Waehrend der Pilgerzeit ist Fleisch, Alkohol usw. untersagt und es wird gefastet. Also die Pilger fasten ...  

Unser Hotel Sparsa ist sehr schoen und designt bis in den Garten mit weissbluehenden duftenden Champabaeume. Die Gestaltung orientiert sich an einer Geschichte des Buddhismus: nach der Erleuchtung Buddhas hat er seinem Fingerabdruck auf Mutter Erde hinterlassen, weil er allen Versuchungen Mayas wiederstand. Hmm, die Architekten der Gruppe haben das Gestaltungskonzept analysiert und das Hotelsymbol findet sich sogar auf den Gardinen wieder. Sehr chick. Aber der Pool oeffnet erst wieder um 7.00Uhr ... auah ... zeitig aufstehen, weil er abends gereinigt wird, leider. Denn frau badet hier im Punjabi, aber ich denke morgen sind doch einige Bikinis zu sehen.  

Kanyakumari Ghandi-Memorial   Bootsfahrt mit Schwimmwesten 

 

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